Das Beste im Erzgebirge

Einzigartig

Haben Sie gewusst, dass die höchste Stadt Deutschlands im Erzgebirge liegt? Dieser Titel schmückt die Stadt Kurort Oberwiesenthal am Fichtelberg mit 914 Metern über dem Meeresspiegel. Das Erzgebirge hat aber noch mehr Rekordverdächtiges und Einzigartiges zu bieten:

• Von Oberwiesenthal führt die älteste Kabinen-Pendelbahn Deutschlands (1924 eröffnet) auf den Fichtelberg.
• Der Gipfel des Fichtelbergs ist der höchste Punkt Ostdeutschlands.
• Die 40 Meter hohen Basaltsäulen am Scheibenberg sind in dieser Art und Form einmalig in Europa.
• Europas größte Zinnkammern befinden sich im Besucherbergwerk Pöhla.
• Die Saigerhütte Grünthal ist das einzige Denkmal der Buntmetallurgie in Europa.
• Weltweit einmalig ist die Handwerkskunst des Reifendrehens in Seiffen.
• Auch das Spanbaumstechen ist ein Handwerk, das es nur im Erzgebirge gibt.
• Das einzige Nussknackermuseum Europas ist in Neuhausen zu besichtigen.
• Deutschlands einziges Strumpfmuseum befindet sich in Gelenau

Weihnachtswunderland

Im Erzgebirge steht die Wiege der deutschen Weihnachtstradition. Mit ihr verbundene Bräuche sind tief in der erzgebirgischen Bergbaugeschichte verwurzelt, denn das Leben der Bergleute spielte sich zu großen Teilen unter Tage ab – im Dunkeln. Es war ihre Sehnsucht nach Licht, die uns heute den warmen Schein von Schwibbögen und Kerzen in den Fenstern beschert. Vor allem in der Adventszeit präsentieren die Erzgebirger stolz ihre liebevoll hergestellten Nussknacker, Räuchermänner und Engel. Dann drehen sich in den warmen Stuben die Pyramiden und in den Fenstern erstrahlen bezaubernde Schwibbögen. Einheimische kommen zum Hutzenabend zusammen, erzählen sich Geschichten, singen Lieder und erwecken alte Bräuche zum Leben. Überall duftet es nach frischem Stollen und gebrannten Mandeln. In diesen Tagen begleiten feierliche Fanfarenklänge die Bergleute beim Aufmarschieren in ihren prächtigen Trachten. Tipp: Auf insgesamt 35 Weihnachtsmärkten im Erzgebirge laden Buden mit erzgebirgischer Holzkunst, Spielwaren, Christbaumschmuck, Kerzen und weihnachtliche Düfte nach Leckereien ein. Vielerorts werden die Weihnachtsmärkte mit dem traditionellen Pyramidenanschieben oder Anlichteln eröffnet. Der Weihnachtsmann schaut schon einmal vorbei.

Handwerk

Als Ende des 16. Jahrhunderts die Erzvorkommen abnahmen und schließlich nicht mehr zum Broterwerb ausreichten, suchten die Bergleute nach einer neuen Lebensgrundlage. Was bei ihnen schon seit Jahrhunderten als Feierabendbeschäftigung verbreitet war, wurde nun zum Beruf: Die Erzgebirgische Volkskunst. Noch immer geben die Erzgebirger ihre einzigartigen Handwerkstechniken wie das Reifendrehen und das Spanbaumstechen von Generation zu Generation weiter. Heute schützt das Siegel „Erzgebirgische Holzkunst“ sogar international die unverwechselbaren und aufwendig gearbeiteten Figuren aus dem Erzgebirge. Rund 220 Werkstätten, vom Familienbetrieb bis zum mittelständischen Unternehmen, arbeiten heute noch mit den überlieferten Techniken. In Schauwerkstätten lassen sich die Holzkünstler über die Schulter schauen. Damals gewannen auch das Klöppeln, die Posamenten-Herstellung und das Kunstschmieden an Bedeutung. Mit 20.000 aktiven Klöpplerinnen ist das Erzgebirge übrigens DAS Klöppelgebiet Deutschlands.

Kammweg

Einfach mal abschalten, Tiere beobachten, die unberührte Natur und die wunderschöne Landschaft genießen: Unter dem Motto Dachs statt Dax lädt der Kammweg Erzgebirge-Vogtland zu sportlichen Touren ein. Über drei Bundesländer, vier Urlaubsdestinationen und mit möglichen Abstechern nach Tschechien führt der fast 290 Kilometer lange Wanderweg von Altenberg-Geising im Osterzgebirge durch das Vogtland nach Blankenstein in Thüringen. Wer will, kann noch weiter wandern, auf dem Rennsteig, dem Frankenweg und dem Fränkischen Gebirgsweg. Der Kammweg ist der erste Regionen übergreifende zertifizierte Wanderweg in Sachsen und gehört schon jetzt zu den 12 Top Trails, den besten Weitwanderwegen Deutschlands. Mehr unter: http://www.kammweg.de Tipp: Wer sich einmal selbst handwerklich versuchen möchte, kann das in vielen Werkstätten und Museen tun. Auch für Kinder gibt es zahlreiche Mitmach-Angebote. Die Möglichkeiten reichen von allen Varianten der Holzbearbeitung über Korbflechten, Zier- und Räucherkerzenherstellung bis hin zum Papierflechten.

Heimatküche

Griene Kließ und Schwammebrie gehören wie Raacher Maad, der Ardäpplkuchn oder die Grünen Klitscher zur erzgebirgischen Heimatküche. Kartoffeln sind ein Hauptbestandteil der deftigen Mahlzeiten, die Erinnerungen an längst vergangene Zeiten wecken. Viele Gerichte sind mit dem harten und entbehrungsreichen Alltag der Bergleute und ihren Traditionen verbunden. Wie zum Beispiel das erzgebirgische Weihnachtsessen „Neunerlei“, bei dem jedes der neun Gerichte eine Bedeutung hat.

Tipp: Am besten schmeckt das natürlich zu Hause. Wer keine Familie oder Freunde im Erzgebirge hat, sollte die leckeren Gerichte in den Echt Erzgebirgischen Landgasthöfen probieren.

Eisenbahnromantik

Spannende Anekdoten aus längst vergangenen Zeiten erzählen die Dampfeisenbahnen, die zischend und schnaufend durch die erzgebirgische Bilderbuchlandschaft fahren. Von ehemals 19 Schmalspurbahnen in Sachsen haben sich im Erzgebirge vier Bahnen mit der Spurweite von 750 Millimetern erhalten. Auf insgesamt 56 Kilometern Gesamtlänge führen die Fichtelberg-, Preßnitztal- und Weißeritztalbahn sowie der Museumsbahn Schönheide durch verträumte Dörfer und idyllische Täler. An 5-6 Wochenenden im Jahr bietet die Erzgebirgische Aussichtsbahn herrliche Panoramen zwischen Schwarzenberg und Annaberg-Buchholz. Die sogenannten „Ferkeltaxis“ bieten dabei auch thematisch eine große Bandbreite an Unterhaltung während der Fahrt. Bemerkenswert: Dahinter steckt jede Menge ehrenamtliche Vereinsarbeit, denn die meisten Heizer, Lokführer, Mechaniker und Fahrscheinkontrolleure sind Erzgebirger, die ihre Arbeit aus Liebe zu den alten Stahlkolossen tun. Tipp: Technikliebhaber und Eisenbahnfreunde kommen im sächsischen Schmalspurbahn-Museum Rittersgrün voll auf ihre Kosten. Neben der ständigen Ausstellung zur Entwicklung der sächsischen Schmalspurbahnen können die Besucher hier verschiedene historische Lokomotiven, Personenwagen, Draisinen, einen Bahnpostwagen von 1892 und sogar eine Lokschlosserwerkstatt aus nächster Nähe betrachten. Dazu sind Fernmelde- und Signaltechnik, Fahrkartendrucker, alte Eisenbahnuniformen und vieles mehr ausgestellt.

Oldtimerträume

Freunde der Oldtimer kommen im Erzgebirge voll auf ihre Kosten, denn in Zwickau schuf August Horch Anfang des 20. Jahrhunderts mit der Gründung von Horch und Audi ein Fundament für den deutschen Automobilbau. In Ausstellungen des August Horch Museum Zwickau sowie in der MZ-Stadt Zschopau oder auf dem Schloss Augustusburg, können Groß und Klein eine Zeitreise durch die Geschichte des Fahrens unternehmen. Vor allem die alljährlich im August stattfindende Oldtimer-Rallye „Sachsen Classic“ zieht Oldtimerbegeisterte in ihren Bann. In drei Tagesetappen führt die Rallye durch die schönsten Gegenden Sachsens. Über 100 Teams beteiligen sich regelmäßig an den Gleichmäßigkeits- und Zuverlässigkeitsprüfungen.

Tipp: In Europas bedeutendstem Motorradmuseum auf dem Renaissanceschloss Augustusburg treffen sich alljährlich Tausende Motorradfans. Hier wird die technische Entwicklung des Motorrades von 1885 bis heute eindrucksvoll erlebbar. Fast alle bedeutenden und technisch interessanten Konstruktionen sind im Original vorhanden. Besonderer Augenmerk liegt auf der Entwicklung der Zschopauer Motorradfirmen DKW, Auto Union und MZ.